Wie oft ist eine Reinigung sinnvoll?
Da in der Regel die Leistungsoptimierung im Vordergrund steht, ist es eine Abwägung zwischen dem verlorenen Stromertrag und den Kosten für die Reinigung.
Im Grundsatz lohnt es sich finanziell wie folgt:
Industriedächer > alle 2 bis 3 Jahre
Gewerbeliegenschaften > alle 3 bis 4 Jahre
Mehrfamilienhäuser > alle 3 bis 4 Jahre
Einfamilienhäuser > alle 5 bis 7 Jahre
Speziell bei grösseren Anlagen mit hohem Eigenverbrauchsanteil sollten Sie nicht länger als 3 Jahre warten, denn meistens ist alleine der Minderertrag im 4. Jahr schon höher als eine Reinigung kosten würde.
Liegt Ihr Gebäude neben der Bahnlinie, so rechnen Sie mit der doppelten Verschmutzung und damit mit viel kürzeren Intervallen.
Was passiert, wenn man die Solarmodule nicht regelmässig reinigt?
Es ist wie bei einem Wintergarten oder einem Dachfenster, welches nie gereinigt wird. Schmutz bleibt an bereits bestehendem Schmutz besser hängen als an einer sauberen Oberfläche. Das Schmutzfilter wird also immer dichter und verschlechtert die Leistungsfähigkeit der PV-Anlagen. Auch Schnee rutscht auf einer glatten (sauberen) Oberfläche besser weg, was zu Mehrerträgen im Winter führt.
Dürfen die Module trocken abgewischt werden?
Um die Oberfläche nicht zu zerkratzen, sollten die Module in keinem Fall trocken abgewischt oder abgefegt werden. Kratzer oder Beschädigungen der Moduloberfläche könnten die Leistung langfristig beeinträchtigen. Wer eine Photovoltaik-Anlage besitzt, muss diese regelmässig warten und säubern. Zur Wartung Ihrer Solaranlage muss zwingend Wasser verwendet werden, dem zuvor Mineralien entzogen wurden, also sogenanntes Osmosewasser.
Darf mit dem Hochdruckreiniger gearbeitet werden?
Die Modulhersteller raten klar davon ab. Dies kommt zum einen daher, dass diese hierfür keine Haftung übernehmen wollen. Wichtiger ist aber, dass die Dichtungen im Rahmen Schaden nehmen können und damit technische Schäden entstehen. Beachten Sie zudem, dass die Arbeit auf dem Dach gefährlich ist. Überlassen Sie es deshalb jemandem, der über geeignete Hebemittel und die richtige Sicherheitsausrüstung verfügt.
Kann ich anhand des Tagesertrags feststellen, ob meine PVA richtig funktioniert?
Nein, denn ein Tagesertrag ist an einem kurzen Frühlingstag kürzer als an einem Tag im Sommer.
Aber: Sie können Ihrer Installationsunterlagen die installierte Leistung in kWp entnehmen. Rechnen Sie diesen Wert mal 0.85. Diesen Wert in kW sollte Ihre Anlage zur Mittagszeit an einem sonnigen Tag im Minimum erreichen, im Normalfall eher sogar 0.9.
| Bedingungen | Erwartbare Leistung bei 100 kWp |
|---|---|
| Bewölkt | 10–50 kW |
| Sonne, aber Module warm (angenehm sonnig) | 65–85 kW |
| Sehr gute Bedingungen (sonnig / heiss) | 80–95 kW |
| Ideale Bedingungen, kalte Module (minimalst bewölkt, aber sonnig) | 90–100 kW |
| STC-Laborbedingungen (25°) | 100 kW |
Wie finde ich versteckte Mängel an meiner Solaranlage?
Eine Thermografie-Aufnahme mit einer Drohne zeigt schnell und einfach, wo es auf Ihrer PVA Auffälligkeiten gibt. Damit entdecken Sie z.B. Hotspots, defekte Bypass-Dioden, stromlose Bereiche, z.T. Kurzschlüsse von Modulen, aber auch Glasbrüche. (ja, diese sähe man auch von Auge, aber den Rest nicht.)
Wie gehe ich gegen Flechten und Moos vor?
Auf jeden Fall sollten Sie bei Flechten auf PV-Modulen nicht mit Chemikalien vorgehen, denn solche sind auf Dächern verboten.
Es gibt Methoden mit einer Art „abrasiven“ Vorgehensweise. Hierbei wird mit einem Gerät, welches sich „Flechtenentferner“ nennt mit rotierenden Wasserstrahlen die Flechte oder das Moss abgetragen. Der Druck dieses Wasserstrahl beschädigt die Dichtung des Moduls nicht. Wenn Sie mit einem Hochdruckreiniger vorgehen, geht die Dichtung kaputt.
Wie entscheidend ist der Standort?
Wenn Ihre Liegenschaft nahe einer viel befahrenen Strasse oder einer Bahnlinie liegt, so verlieren Sie pro Jahr etwa 3 bis 4 % des Ertrags. Das heisst:
nach 1 Jahr: Verlust 3 bis 4%
nach 2 Jahren: Verlust 6 bis 8 %
nach 3 Jahren: Verlust 9 bis 12 %
Rechnen Sie die kummulierten Verluste zusammen, haben Sie bis anhin 18% bis 24% eines Jahresertrags nicht erhalten.
Übrigens: Weltweit liegt der Durchschnitt bei 3% pro Jahr. Aber eben: Der Standort spielt eine wichtige Rolle.
Nimmt die PV-Anlage Schaden durch die Reinigung?
Nein, im Gegenteil, durch das Osmosewasser und die verwendeten (weichen) Bürsten erhalten die PV-Module eine schonende Behandlung. Hotspots werden vermieden. Beim Begehen können Glasbrüche und andere optisch feststellbare Mängel entdeckt und dem Inhaber gemeldet werden.
Reicht gewöhnliches Leitungswasser?
In vielen Gebieten ist das Wasser ziemlich kalkhaltig. Wendet man solches bei der Reinigung an, wird die Moduloberfläche poröser, da der Kalk im Wasser eine scheuernde Wirkung hat. Damit verändert sich die Beschaffenheit des Glases, welches das Sonnenlicht optimal auf die Silicon-Schicht durchlassen sollte. Es wird also dringend von der Nutzung von ungefiltertem Leitungswasser abgeraten. Das Wasser wird vor Ort mit einer Osmoseanlage entmineralisiert, womit es keinen Kalk mehr enthält. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass es beim Verdunsten zu keinen Streifen und Flecken kommt.
Funktioniert eine Reinigung auch mit einer Drohne?
Auf dem Markt gibt es Anbieter, welche PV-Anlagen mit Drohnen reinigen. Dies ist keine Tiefenreinigung, sondern spült primär den gröbsten Schmutz weg. Für Pollen, Laub und Staub bringt dies bereits eine Verbesserung. Vor allem bei Freilandanlagen kann ein solcher Einsatz durchaus Sinn machen, da es bedeutend schneller geht. Es gibt auch Anbieter, welche unter grossen Umweltschutzauflagen verdünntes Algenvernichtungsmittel versprühen und einwirken lassen. Wir distanzieren uns vom Einsatz von Chemikalien und auch vom Einsatz von Drohnenreinigungen. (Selbst ein Anbieter solcher Dienstleistungen berichtete uns schon mal, dass es nicht so richtig funktioniere.)
Was sagt der Jahresertrag über die Verschmutzung aus?
Leider sagt der Jahresertrag nur aus, wie viele Sonnenstunden wir hatten. Ein schöner Sommer mit den langen Tagen trägt viel dazu bei.
Tipp: Suchen Sie sich in der Statistik Ihrer PV-App die ertragreichsten Tage z.B. im Juni vor 4 Jahren heraus und vergleichen Sie diese mit dem Juni des aktuellen Jahres. Ist der Einbruch markant, sollten Sie handeln.
Was kostet eine Thermografie mit Drohne?
Eine Thermografie-Aufnahme mit einer Drohne alleine nützt noch nichts, denn die Bilder müssen ausgewertet werden. Hierbei ist nicht die genaue Themperatur massgebend, sondern die Unterschiede auf gleich ausgerichteten Modulen. Auffälligkeiten müssen den möglichen Mängeln zugewiesen werden. Darauf basierend kann dann entschieden werden, ob und welche Massnahmen ergriffen werden sollten.
Die Kosten variieren in erster Linie von der Grösse der Anlage, da insbesondere bei grossen Anlagen die Auswertung recht zeitintensiv werden kann. Der Aufwand lohnt sich aber sehr schnell, denn durch die Behebung von versteckten Mängeln holen Sie z.T. viel mehr Strom aus der Anlage.
| Als Anhaltspunkt: | |
|---|---|
| Einfamilienhaus | ab 300.- |
| Mehrfamilienhaus | ab 500.- |
| kleine Industrie | ab 800.– |
| mittlere industrie | ab 1500.- |
| Grossindustrie | nach oben offen |
